Das Ende einer langen Reise

Hallo Leben – hier bin ich wieder

(Vorsicht – sehr persönlich und es kann nicht jeder verstehen ;-))
2,5 Stunden Fahrt in den Vogelsberg und zurück, alleine, mit dem Golf des Sohnes, begleitet von lauter Musik des Grafen….. Für viele sicher ein gemütlicher Sonntagsausflug. Für mich eine sehr emotionale und tränenreiche Reise zurück ins Leben. Diese Fahrt war irgendwie das i-Tüpfelchen, dass mir noch gefehlt hat um sagen zu können: Ich glaube ich habe es geschafft 🙂
14 dunkle und schwere Jahre, in denen ich oft keine Kraft und keine Hoffnung auf Besserung mehr hatte, liegen hinter mir. Irgendwann habe ich angefangen zu kämpfen, weil es so einfach nicht mehr weitergehen konnte und ich endlich wieder mit meiner Familie und Freunden etwas erleben wollte. Besonders im letzten Jahr habe ich enorme Fortschritte gemacht und sehr hart an mir gearbeitet, was einige auch bemerkt haben. Der Kampf hat sich gelohnt. Ich fühle mich einfach nur glücklich und befreit, so als hätte ich einen schweren Mantel abgelegt. Ich habe wieder Lust was zu erleben und Neues zu entdecken.
Am wichtigsten sind mir nach wie vor, meine Familie und meine Freunde, denen ich einfach mal danke sagen möchte, weil sie auch in der schweren Zeit immer für mich da waren, auch wenn ich mal nicht gut drauf war. Es war sicher auch für Euch nicht immer einfach mit mir 😉 Aber ich war immer ehrlich zu euch und habe versucht Euch zu erklären was mit mir gerade schief läuft.
Ab jetzt gilt für uns alle:
Hauptsache Zeit zusammen verbringen und das Leben einfach nur genießen.
P.S.: Drückt mir die Daumen, das ich keinen Rückfall mehr bekomme, aber ich bin sehr optimistisch 😉
Nächstes Ziel: mit dem Käfer in den Vogelsberg 😊

Diesen sehr emotionalen Post habe ich vor kurzem auf Facebook eingestellt, weil dieser besagte Tag für mich wie eine Befreiung war. Mir ist eine große Last von den Schultern gefallen.

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Ich hatte viele Jahre eine Angststörung und Depression, die mich, aber auch den Rest der Familie sehr eingeschränkt hat. Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben, dass ich irgendwann wieder normal leben kann. Klingt sicher etwas seltsam, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Seit zwei Wochen nehme ich nun keine Antidepressiva mehr und es geht mir richtig gut und ich denke wir haben diese schwere Zeit endlich überstanden. Ich bin auch lange kein Auto mehr gefahren. Es war zeitweise so schlimm, dass ich noch nicht mal einkaufen gehen konnte. Deshalb war die beschriebene Fahrt wirklich wie eine Erlösung. Eigentlich wollte ich sowas persönliches auch nicht so öffentlich machen, aber im Moment könnte ich gerade die ganze Welt umarmen 😊

Die Angst hatte mich voll im Griff

Die vergangenen Jahre waren teilweise wirklich schrecklich. Ich lag viele Nächte wach und hatte eine Panikattacke nach der anderen.

Wie oft dachte ich, ich würde jetzt sofort sterben. Und ich hatte solche Angst vor dem Tod.

Wie viele Tränen sind in dieser Zeit geflossen, weil ich mich auf etwas gefreut habe und es dann wieder nicht geschafft habe, weil die Angst gesiegt hat.

Wie oft sind wir bei der Fahrt in den Urlaub umgedreht und haben es dann wieder neu versucht.

Wie oft habe ich versucht einzukaufen und bin an der Kasse weggelaufen.

Wie oft habe ich Elternabende verpasst und saß weinend zu Hause, weil ich mich als absolute Versagerin gefühlt habe.

Wie oft habe ich meine Familie alleine auf Feierlichkeiten geschickt und dann todunglücklich zu Hause gesessen.

Wie oft habe ich gedacht, dass sie ohne mich glücklicher wären.

Wie oft wurde ich „krank“, weil ich solche Angst hatte vor die Tür zu gehen.

Wie oft hatte ich einfach keine Hoffnung mehr und wollte nicht mehr leben.

Einmal wurde ich sogar vom Notarzt und Rettungsdienst mit Blaulicht und Martinshorn in die Klinik gefahren, weil ich einen Verdacht auf Herzinfarkt hatte.

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Dann erwachte die Kämpferin in mir

Doch dann vor heute genau einem Jahr habe ich beschlossen, dass es so nicht weitergehen kann und das ich so nicht weiterleben will. Ich habe endlich angefangen zu kämpfen.

Durch die Antidepressiva und das viele auf der Couch rumgammeln und den Kopf in den Sand stecken, habe ich ziemlich zugenommen. Ich brachte 90 kg bei einer Größe von 1,68 m auf die Waage. Das war definitiv zu viel. Durch die starke Blutarmut, war ich sehr schnell aus Atem. Selbst bei Gassirunden mit meiner Fellnase, bekam ich schnell keine Lust mehr.

Also habe ich am 01. Juni 2018 angefangen meine Ernährung umzustellen. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Yazio gemacht. Außerdem habe ich auf eine ausreichende Eisenzufuhr geachtet um meine Blutarmut in den Griff zu bekommen. Zusätzlich habe ich mich am 01. November 2018 im Fitnessstudio angemeldet und gehe seitdem 3 – 5 Mal die Woche ins Studio und zusätzlich noch einmal pro Woche zum Fayo.

Gesundes Leben kann so schön sein

Seitdem ich abgenommen habe, fühle ich mich viel besser. Die gesunde Ernährung tut mir richtig gut. Die letzte Blutuntersuchung hat ergeben, dass meine Blutwerte jetzt alle in der Norm sind. Mein Doc konnte es selbst nicht fassen. Ich habe jetzt in einem Jahr 24 Kilo abgenommen, also auch schön langsam. Und in der ganzen Zeit habe ich das Essen trotzdem genossen und war auch sehr oft Essen mit Freunden. Das ist alles gar kein Problem.

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Komplimente tuen so gut

Natürlich gibt es auch Freunde und Bekannte, die mich lange nicht gesehen haben und mich jetzt mit weniger Gewicht wiedersehen. Die Gesichter sind manchmal schon wirklich witzig. Ich hatte nie figurbetonte Kleidung an, was ich jetzt endlich wieder anziehe und mich darin auch sehr wohl fühle. In letzter Zeit werde ich oft auf die Abnahme und auch mein neues Selbstwertgefühl angesprochen, was mich zwar manchmal peinlich berührt, aber ich natürlich auch stolz auf mein neues ICH bin.

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Bisschen zickig bin ich glaube schon

Ich habe, wie gesagt, vor kurzem auch die letzten Antidepressiva abgesetzt und hatte ich etwas mit Entzugserscheinungen zu kämpfen. So ganz in der Spur laufe ich glaube noch nicht, weil ich doch etwas empfindlich und zickig bin, aber ich denke das vergeht auch noch. Ich bin einfach nur froh, dass ich nun endlich von der Medikamenten weg bin und es mir so gut geht wie lange nicht mehr.

Ich habe endlich mein Leben wieder zurück

Endlich bin ich wieder die alte. Ich genieße das Leben, gehen gerne shoppen und unternehme sehr viel. Ich gehe wieder in Wildparks mit den Kids. Ich freue mich auf Partys und Ausgehen mit Freunden. Fahre viel mit dem Wohnmobil durch die Gegend. Plane mit Freude die Urlaube und freue mich über meine zurückgewonnene Freiheit. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich mich über mich selbst ärgere, dass ich so viele Jahre meines Lebens weggeworfen habe. Aber dann denke ich doch, ich sollte nur nach vorne schauen und die Zeit die ich jetzt habe genießen. Ich unternehme sehr viel mit meiner Familie und auch mit Freunden und freue mich auf jeden neuen Tag. Ich glaube mit meinem neuen Tatendrang kommen die gerade nicht so ganz mit, aber da müssen sie nun durch.

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Jeder Sieg, den man über sich erringt, ist wie ein Sonnenaufgang. Die Furcht und alle Befürchtungen hinter sich zu lassen, öffnet einen grenzenlosen Horizont.

(Sprichwort aus Tibet)

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Das letzte Jahr war ein sehr hartes Jahr und eine lange anstrengende Reise, weshalb ich auch keine Kraft und Muse für meinen geliebten Blog hatte. Aber jetzt gehe ich voller Elan und Neugierde in eine neue Welt hinaus und möchte Euch gerne wieder mehr an meinem Leben teilhaben lassen.

Ich freue mich auf mein neues Leben und hoffe Ihr seit ein Teil davon.

Eure Freya

 

 

32 Gedanken zu “Das Ende einer langen Reise

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