Veröffentlicht in Herz und Seele, Tagebuch

Ein großer Schritt bei meinem Kampf gegen die Angst

Zur Zeit geht es mir leider wieder nicht so gut und die Angst und Depression kommt immer mal wieder durch. Doch am Wochenende hatte ich wirklich Mut und dieser wurde dann auch belohnt.

Am Samstag waren wir auf den Geburtstag, des besten Freundes meines Mannes eingeladen. Leider ging es mir nicht gut. Der Tag war anstrengend und in letzter Zeit haben wir einfach soviel um die Ohren, das mir die Kraft für den Kampf gegen die Angst oft fehlt. Die scheiß Angststörung macht mir leider immer wieder das Leben schwer. Mir war das alles Zuviel und ich habe abgesagt.

Beim Gedanken an die Autofahrt, die unbekannte Umgebung, die fremden Leute wurde mir schon schlecht. Aber ich war trotzdem hin und her gerissen. Zum einen, weil mein Mann so traurig war, dass ich nicht mitkomme und zum anderen will ich ja auch gerne am Leben teil haben und nicht nur immer zu Hause sitzen. Aber gerade war das alles einfach Zuviel.

Der Freund wohnt 20 Autominuten von uns entfernt. Damit mein Mann etwas trinken kann, hat mein Sohn ihn dorthin gefahren und sollte ihn dann auch nachts wieder abholen.

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Ich habe es mir mit meiner Fellnase auf der Couch gemütlich gemacht und fernsehen geschaut. Um 22 Uhr bin ich noch eine Runde Gassi gegangen und habe mich dann bettfertig gemacht und mich ins Bett gelegt. Aber an Schlaf war nicht zu denken.

Ich habe die ganze Zeit gegrübelt und einfach keine Ruhe gefunden. Mein Mann wird sicher so schnell nicht kommen, da der Freund in seinen Geburtstag reinfeiert.

Ich habe dann so hin und her überlegt und plötzlich war ich voller Elan und Tatendrang und wollte meinen Mann überraschen und doch noch zum Geburtstag fahren.

Also bin ich um 23.30 Uhr wieder aus dem Bett gehüpft und habe mich partytauglich gemacht. Auto fahren und dann noch nachts und eine Strecke, die ich noch nie gefahren bin. Das wird mal eine Aufgabe. Aber die wollte ich nur meistern. Mein Sohn war sogar so lieb mir meine Auto schon rauszufahren. Da haben wir gesehen, dass der eine Scheinwerfer kaputt ist. So fahre ich sicher nicht nachts durch den Wald. Also haben wir zwei Unwissenden noch nachts um 24 Uhr auf der Straße den Scheinwerfer gewechselt. Da wollte ich schon wieder aufgeben. Aber die Vorfreude auf das dumme Gesicht meines Mannes hat dann doch zum Glück gesiegt.

Ich habe dann noch schnell das Navi programmiert und mich auf den Weg gemacht. Unterwegs kam dann auch noch eine Umleitung, aber ich habe es geschafft. Mir war zwar total flau im Magen und ich habe gezittert, als ich vor dem Haus geparkt habe, aber ich war auch überglücklich, weil ich es geschafft habe.

Der Freund war zufällig gerade zum Rauchen draussen und hat mein Auto gesehen. Also musste ich meinen Mann gar nicht anrufen, dass ich da bin 😉 Der Freund hat nicht schlecht geschaut. Ich habe ihm dann natürlich erstmal gratuliert und er hat sich riesig gefreut, dass ich doch noch kam.

Erst ist dann in den Partykeller gegangen, um meinem Mann zu sagen, dass sein Taxi da ist. Der dachte natürlich, dass unser Sohn vor der Tür steht.

Das Gesicht, als er mich gesehen hat, war einfach unbezahlbar.

Er hat so gestrahlt, als er mich gesehen hat. Die Augen haben geleuchtet und er konnte es gar nicht glauben, dass ich die unbekannte Strecke, nachts und ganz alleine gefahren bin. Mein Mann weiß genau, welche Überwindung mich das gekostet hat.

Wir haben dann noch 1,5 Stunden zusammen gefeiert und dann habe ich meinen Mann sicher nach Hause gebracht. Ich lag dann über eine Stunde noch wach im Bett, weil ich so aufgedreht war und so überglücklich das geschafft zu haben.

Ich hoffe es geht nun weiter bergauf. Trotz gelegentlicher Rückschläge halte ich an meinem Projekt Bye Bye Citalopram fest.

Deine Plaudertasche

00freya

Autor:

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43 Kommentare zu „Ein großer Schritt bei meinem Kampf gegen die Angst

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