25 letzte Sommer von Stephan Schäfer

Manchmal sind es gar nicht die lauten Geschichten, die einen verändern. Sondern die leisen. Die, die sich langsam ins Herz setzen und dort noch lange bleiben.

25 letzte Sommer war genau so ein Buch für mich.

Im Mittelpunkt stehen zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und die an einem alten Küchentisch in einem Bauernhaus aufeinandertreffen. Der eine lebt eher schnell, organisiert, voller Termine und Gedanken an morgen. Der andere wirkt ruhig, geerdet und irgendwie angekommen im Leben.

Und zwischen Kaffee, Gesprächen und diesen ganz stillen Momenten entsteht nach und nach etwas viel Größeres als nur eine Unterhaltung.

Es geht um die großen Fragen des Lebens.
Darum, was wirklich wichtig ist.
Warum wir immer alles auf später verschieben.
Und ob wir eigentlich wirklich leben — oder oft nur funktionieren.

Beim Lesen hatte ich ständig das Gefühl, selbst mit an diesem alten Küchentisch zu sitzen.

Dieses Buch hat mich unglaublich zum Nachdenken gebracht. Vor allem darüber, wie oft man Dinge verschiebt. Träume. Zeit. Wünsche. Gespräche. Das Leben selbst.

Früher hat mein Mann oft gesagt:
„Wenn wir mal in Rente sind, kaufen wir uns ein Wohnmobil.“

Und ich glaube, ganz viele Menschen denken so. Dass irgendwann später der richtige Zeitpunkt kommt. Für Reisen. Für Ruhe. Für das Leben.

Doch durch den viel zu frühen Tod seines Bruders hat sich dieser Blick komplett verändert. Zum Glück. Denn plötzlich wurde uns klar, wie zerbrechlich Zeit eigentlich ist. Dass später eben nicht selbstverständlich ist.

Heute verschieben wir vieles nicht mehr. Leben bewusster. Nutzen gemeinsame Zeit mehr. Und genau daran hat mich dieses Buch immer wieder erinnert.

Besonders schön fand ich, dass 25 letzte Sommer keine lauten Antworten gibt. Es zwingt einem keine Lebensweisheiten auf. Stattdessen stellt es leise Fragen. Fragen, die man plötzlich mit ins eigene Leben nimmt.

Für mich war dieses Buch wie ein langsames Durchatmen mitten im Alltag. Wie ein Gespräch, das man eigentlich schon lange mal mit sich selbst hätte führen müssen.

Mein Fazit:
Ein unglaublich ruhiger, kluger und berührender Roman über Zeit, das Leben und die Frage, was am Ende wirklich zählt. Ein Buch, das entschleunigt und einen daran erinnert, das Leben nicht ständig auf später zu verschieben.

Avatar von Unbekannt

Author: Die Plaudertasche

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