Wenn ein Buch plötzlich mehr auslöst als erwartet
Manchmal ist es schon ein bisschen verrückt, was ein Buch auslösen kann.
Eigentlich wollte ich mit Jule Pieper einfach nur nach Schottland reisen. Zumindest gedanklich. Ich wollte mich von ihr durch wunderschöne Landschaften führen lassen, neue Orte entdecken und natürlich wissen, wie Die Reise deines Lebens weitergeht.
Dass ich am Ende nicht nur jede Menge Gedanken in mein Notizbuch geschrieben, sondern auch eine alte Kiste mit ätherischen Ölen aus dem Schrank geholt habe, damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.
Aber vielleicht ist genau das der Grund, warum ich diese Buchreihe so gerne mag.
Schottland – da möchte ich hin!
Ich bin ja selbst viel und gerne mit dem Wohnmobil unterwegs. Ich liebe es, draußen in der Natur zu sein, die Ruhe zu genießen und am besten noch ein gutes Buch dabei zu haben. Deshalb hat mich Schottland als Schauplatz dieses fünften Bandes ganz besonders angesprochen.
Jule Pieper beschreibt die Landschaft und die besonderen Orte so schön, dass ich beim Lesen immer wieder dachte: Da möchte ich hin!
Vor allem die magischen Orte rund um die Feen und die Wassertöpfe haben es mir angetan. Beim Lesen hatte ich sofort Bilder im Kopf und konnte mir richtig vorstellen, dort selbst zu stehen.
Ich glaube, Schottland ist auf unserer Wohnmobil-Wunschliste gerade ein ganzes Stück nach oben gerutscht.
Aber natürlich wäre Die Reise deines Lebens nicht Die Reise deines Lebens, wenn es nur darum ginge, schöne Orte zu entdecken.
Denn die eigentliche Reise findet auch diesmal wieder ganz woanders statt.
Loslassen, vertrauen und den eigenen Weg finden
Bei diesem Buch lag ziemlich schnell mein Notizbuch neben mir. Es gab einfach zu viele Gedanken, die ich festhalten wollte.
Einer davon beschäftigt sich mit dem Loslassen.
Loslassen bedeutet nicht unbedingt aufzugeben. Es kann auch bedeuten, dem Leben zu vertrauen und das gehen zu lassen, was nicht mehr zu der Version von uns gehört, die wir sein möchten.
Dieser Gedanke ist bei mir hängen geblieben.
Vielleicht auch, weil mein 50. Geburtstag immer näher rückt und ich mich gerade sowieso viel damit beschäftige, wie ich die nächsten Jahre meines Lebens gestalten möchte.
Was möchte ich noch machen? Was tut mir gut? Was möchte ich vielleicht verändern? Und vor allem: Wer möchte ich sein?
Dabei geht es gar nicht darum, plötzlich alles umzukrempeln. Im Gegenteil. Vielleicht geht es viel mehr darum, genauer hinzuschauen. Was darf bleiben? Was brauche ich nicht mehr? Und wo möchte ich meine Energie hineinstecken?
Ein weiterer Satz aus dem Buch, den ich mir notiert habe, passt dazu perfekt:
„Where focus goes, energy flows.“
Wohin wir unseren Fokus richten, dorthin fließt unsere Energie.
Eigentlich logisch. Aber wie oft verschwenden wir unsere Energie mit Dingen, die wir sowieso nicht ändern können? Mit Vergangenem, mit Ärger oder damit, anderen die Schuld für etwas zu geben?
Auch dazu habe ich mir einen Gedanken notiert: Wenn ich anderen die Schuld gebe, gebe ich ihnen gleichzeitig ein Stück Macht über mein Leben.
Das möchte ich nicht.
Ich möchte mein Leben selbst in die Hand nehmen.
Wo etwas endet, beginnt etwas Neues
Dieser Satz aus dem Buch ist wahrscheinlich derjenige, der gerade am besten zu mir passt.
Wo etwas endet, beginnt etwas Neues.
Daneben steht in meinem Notizbuch:
Das passt noch viel besser zu meinem neuen Ich und zu der Version von mir, die ich wirklich sein will.
Vielleicht ist es tatsächlich das Alter. Vielleicht sind es die Erfahrungen der letzten Jahre. Oder vielleicht bin ich einfach an einem Punkt angekommen, an dem ich neugieriger darauf werde, was noch kommen könnte.
Ich muss heute nicht mehr für alles einen fertigen Plan haben.
Manchmal darf ein neuer Weg auch einfach mit einem Gedanken anfangen.
Und genau so einen Gedanken hat dieses Buch bei mir ausgelöst.
Ausgerechnet ätherische Öle …
Als in der Geschichte plötzlich ätherische Öle eine Rolle spielten, musste ich nämlich ziemlich schmunzeln.
Denn mit ätherischen Ölen verbindet mich eine ganz eigene Geschichte.
Sie beginnt vor vielen Jahren, in einer Zeit, in der meine Angststörung noch zu meinem Leben gehörte – und ausgerechnet mit einer Panikattacke während einer Massage mit ätherischen Ölen im Urlaub.
Die Geschichte nahm allerdings Jahre später eine Wendung, mit der ich niemals gerechnet hätte.
Durch dieses Buch kam die Erinnerung daran plötzlich wieder hoch. Und mit ihr auch meine alte Begeisterung für ätherische Öle.
Also habe ich meine Kiste wieder hervorgekramt.
Inzwischen sind neue Öle eingezogen, ich lese wieder darüber und beschäftige mich intensiver damit. Und irgendwo in meinem Kopf ist sogar ein ganz neuer Gedanke entstanden: Vielleicht könnte die Arbeit mit ätherischen Ölen irgendwann einmal eine Rolle auf meinem weiteren Weg spielen. Vielleicht sogar in Verbindung mit der Begleitung von Menschen im Hospiz.
Ob daraus wirklich etwas wird?
Keine Ahnung.
Aber das muss ich heute auch noch gar nicht wissen.
Die ganze Geschichte hinter dieser Panikattacke, der damaligen Therapeutin und der ziemlich erstaunlichen Begegnung einige Jahre später möchte ich euch noch einmal in einem eigenen Beitrag erzählen. Denn erst heute wird mir bewusst, dass diese eine Situation damals nicht nur etwas mit mir gemacht hat.
Sie hat auch im Leben eines anderen Menschen etwas verändert.
Und vielleicht schließt sich gerade ein kleiner Kreis.
Mein Fazit zu „Die Reise deines Lebens 5 – Schottland“
Auch der fünfte Band von Jule Piepers Reihe hat mir wieder richtig gut gefallen. Besonders die Reise durch Schottland, die wunderschön beschriebenen Landschaften und diese Mischung aus Geschichte, Reisen und kleinen Gedanken fürs eigene Leben haben mich diesmal abgeholt.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich diese Reihe so gerne lese.
Ich bekomme keine fertige Anleitung dafür, wie ich mein Leben führen soll. Stattdessen begegnen mir beim Lesen immer wieder Sätze und Gedanken, bei denen ich kurz hängen bleibe.
Manche nehme ich mit.
Manche passen gerade nicht zu mir.
Und manche treffen mich genau zum richtigen Zeitpunkt.
Dieses Mal waren es vor allem das Loslassen, Vertrauen, Neubeginn und die Frage, wohin ich meine eigene Energie eigentlich lenken möchte.
Und dann waren da natürlich noch diese ätherischen Öle, die völlig unerwartet eine Tür geöffnet haben, von der ich dachte, dass ich sie längst geschlossen hätte.
Vielleicht führt nichts hindurch.
Vielleicht wartet dahinter aber auch etwas Neues.
Einen letzten Satz habe ich mir beim Lesen noch notiert:
„I am ready now!“
Ob ich wirklich bereit bin, weiß ich noch nicht.
Aber ich bin auf jeden Fall neugierig darauf, was kommt. ❤️
