Die Reise deines Lebens 4 – Bodensee von Jule Pieper

Zwischen Sicherheit, Träumen und der Frage: Lebst du schon oder überlebst du nur?

Bei manchen Büchern merke ich erst hinterher, wie viele Gedanken ich beim Lesen eigentlich mitgenommen habe.

Bei Die Reise deines Lebens 4 – Bodensee von Jule Pieper genügt dafür ein Blick in mein Notizbuch. Seite um Seite voller Sätze, Gedanken und kleiner Erinnerungen an mich selbst. Und genau das mag ich inzwischen so sehr an dieser Reihe.

Natürlich möchte ich wissen, wie die Geschichte weitergeht. Aber gleichzeitig erwische ich mich immer wieder dabei, wie ich plötzlich über mein eigenes Leben nachdenke.

Und diesmal war da eine Frage, die ziemlich hängen geblieben ist:

Willst du wieder leben – oder nur überleben?

Uff.

Eine Reise an den Bodensee – und ein bisschen zu sich selbst

Diesmal führt uns Jule Pieper an den Bodensee. Aber wie wir es aus der Reihe inzwischen kennen, ist der Ort eigentlich nur eine der Reisen, auf die wir mitgenommen werden.

Die andere findet im Inneren statt.

Es geht um Träume, Beziehungen, Freundschaft, Vergangenheit, Geld, Sicherheit und darum, herauszufinden, was man eigentlich wirklich möchte.

Und vielleicht auch darum, sich hin und wieder zu fragen:

Ist das wirklich meins?

Mein Leben. Meine Entscheidungen. Meine Vorstellungen davon, was „man“ eben so macht.

Oder lebe ich vielleicht an manchen Stellen nach Erwartungen, die gar nicht meine eigenen sind?

Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten

Ein Gedanke aus dem Buch hat mir besonders gefallen: der Wunsch nach Chancen statt Sicherheiten.

Denn Sicherheit klingt natürlich erst einmal wunderbar. Wir möchten wissen, was morgen kommt. Wir möchten möglichst keine Fehler machen, nicht scheitern und am besten vorher eine Garantie bekommen, dass eine Entscheidung richtig ist.

Nur funktioniert das Leben leider nicht so.

Und wenn ich auf mein eigenes Leben zurückblicke, waren es häufig gerade die Dinge außerhalb meiner Komfortzone, die mich weitergebracht haben.

In meinen Notizen steht auch ein Satz, der sinngemäß sagt: Alle behaupten, etwas könne nicht funktionieren – bis jemand kommt, der das nicht weiß und es einfach macht.

Den mag ich.

Vielleicht müssen wir wirklich manchmal weniger darüber nachdenken, warum etwas nicht funktionieren könnte, und stattdessen einfach anfangen.

Was möchte ich eigentlich noch erleben?

Beim Lesen musste ich auch an einen Wunsch denken, den ich schon länger habe: einen Roadtrip nach Montenegro.

So etwas passiert mir bei diesen Büchern immer wieder. Ein Satz reicht und plötzlich bin ich gar nicht mehr nur bei den Figuren, sondern bei meinen eigenen Plänen.

Was möchte ich noch sehen?

Was möchte ich ausprobieren?

Welche Träume liegen irgendwo herum und warten darauf, dass ich endlich aufhöre zu sagen: „Irgendwann mal“?

Vielleicht muss es dabei gar nicht immer die große Lebensveränderung sein.

Ein Gedanke aus meinen Notizen gefällt mir dafür besonders:

Suche jeden Tag etwas, auf das du dich freust.

Das kann eine große Reise sein.

Oder der Kaffee am Morgen, ein Abend mit Menschen, die man liebt, eine kleine Wohnmobiltour oder ein paar ruhige Stunden mit einem guten Buch.

Vielleicht besteht ein gutes Leben am Ende aus ganz vielen solchen kleinen Dingen.

Menschen, die unser Leben bunter machen

Auch Freundschaft und die Menschen um uns herum spielen in diesem Band eine wichtige Rolle.

Einer meiner Lieblingsgedanken dazu ist die Frage, welche fünf Menschen uns am häufigsten umgeben. Denn natürlich beeinflussen uns die Menschen, mit denen wir unser Leben teilen.

Manche geben uns Kraft. Manche bringen uns zum Lachen. Manche glauben an uns, wenn wir es selbst gerade nicht schaffen.

Und manche machen unser Leben einfach ein bisschen bunter.

Besonders schön fand ich deshalb auch die Liebeserklärung an Betty. Diese Vorstellung von einem Menschen als persönlichem „Regenbogen“, der Farbe ins Leben bringt, selbst wenn die Wolken gerade ziemlich dunkel aussehen, hat mir sehr gefallen.

Solche Menschen braucht man.

Und vielleicht sollten wir ihnen auch viel öfter sagen, dass sie genau das für uns sind.

Loslassen gehört zum Leben

Ein Thema, das mir auch in Band 5 später wieder begegnet ist, taucht bereits hier auf: Loslassen.

Wir lernen etwas über uns und über das Leben, machen Erfahrungen, halten fest, lassen los – und irgendwann lassen wir uns wieder auf etwas Neues ein.

Das gilt für Beziehungen genauso wie für Freundschaften, Arbeit, Träume oder Vorstellungen davon, wie unser Leben aussehen sollte.

Besonders schön fand ich den Gedanken, dass wir manchmal loslassen müssen, weil manche Antworten erst beim Leben kommen – und nicht beim ständigen Nachdenken darüber.

Das könnte ich mir eigentlich irgendwo ziemlich groß hinschreiben. 😉

Denn manchmal kann man eine Entscheidung hundertmal im Kopf hin und her drehen und ist hinterher keinen Schritt weiter.

Vielleicht muss man manches tatsächlich einfach ausprobieren.

Und dann geht es plötzlich ums Geld

Interessant fand ich, dass sich Jule Pieper diesmal auch mit dem Thema Geld und unserem Verhältnis dazu beschäftigt.

Reichtum wird dabei nicht einfach mit „möglichst viel besitzen“ gleichgesetzt. Vielmehr geht es darum, wie wir über Geld denken, wie wir damit umgehen und welche Gefühle wir damit verbinden.

Ein Gedanke hat mir dabei besonders gefallen: Dankbarkeit.

Nicht ständig nur sehen, was fehlt, sondern auch wahrnehmen, was bereits da ist.

Und ja – ich habe mir sogar die Zutaten für ein Reichtumsöl notiert. 😄

Damals hätte ich wahrscheinlich nicht gedacht, dass mich das Thema ätherische Öle einige Zeit später noch einmal ganz anders beschäftigen würde. Aber das ist eine andere Geschichte.

Was hast du der Welt zu geben?

Diese Frage steht ebenfalls in meinem Notizbuch.

Und je länger ich darüber nachdenke, desto schöner finde ich sie.

Nicht: Was hast du erreicht?

Nicht: Was besitzt du?

Sondern:

Was hast du der Welt zu geben?

Vielleicht ist es Hilfsbereitschaft. Vielleicht Kreativität. Vielleicht Humor. Vielleicht die Fähigkeit zuzuhören oder anderen Mut zu machen.

Wir müssen dafür nichts Weltbewegendes leisten.

Manchmal reicht es schon, für einen anderen Menschen der Grund zu sein, wieder ein kleines bisschen mehr an gute Menschen, gute Energie und freundliche Seelen zu glauben.

Mein Fazit

Die Reise deines Lebens 4 – Bodensee ist für mich wieder eines dieser Bücher geworden, aus denen ich nicht nur eine Geschichte, sondern auch einige Gedanken für mein eigenes Leben mitgenommen habe.

Jule Pieper schafft es für mich, Unterhaltung und persönliche Themen so miteinander zu verbinden, dass ich mich beim Lesen nicht belehrt fühle. Ich kann mir herauspicken, was gerade zu mir passt – und anderes einfach liegen lassen.

Diesmal waren es besonders die Themen Träume, Mut, Freundschaft, Loslassen und die Entscheidung zwischen Sicherheit und neuen Chancen, die bei mir hängen geblieben sind.

Vielleicht müssen wir nicht immer schon wissen, wohin ein neuer Weg führt.

Vielleicht dürfen wir manchmal einfach losgehen.

Denn einen Satz aus meinen Notizen möchte ich mir unbedingt bewahren:

Alles, was du suchst, ist schon in dir.

Und bis ich herausgefunden habe, was davon noch alles raus möchte, nehme ich mir noch etwas anderes vor:

Jeden Tag wenigstens eine Sache finden, auf die ich mich freue.

Weitere Buchtipps und Rezensionen findet ihr in meinem Bücherregal und über meinen Weg aus der Angststörung findet Ihr hier.

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Author: Die Plaudertasche

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