Mein Herzensprojekt „giveBOX“

Zur Zeit mache ich eine kleine private Challenge, die Minimalismus-Challenge. Jeden Tag verlässt ein Gegenstand mein Haus. Viele Sachen landen dann in der Givebox. Ich habe schon sehr viele Anfragen bekommen, was das eigentlich ist, deshalb möchte ich Euch heute gerne mein Herzensprojekt kurz vorstellen.

Der Grundgedanke

giveBOX – Die Tauschbörse am Straßenrand

Der Grundgedanke dieser Einrichtung ist das Teilen!

In der Givebox kann jeder ungenutzte Dinge verschenken. Es ist sozusagen eine Tauschbörse am Straßenrand.
Gut erhaltene Dinge jeglicher Art, die man selbst nicht mehr braucht, können dort abgelegt werden, um dann von anderen genommen und weiter genutzt zu werden.
Es muss nicht immer Geld ausgegeben werden, um tolle Sachen zu finden.

In vielen Städten funktionieren solche Giveboxen nach dem Prinzip „Geben und Nehmen“ schon sehr gut. Das Prinzip ist einfach: Jeder kann hier Überflüssiges abgeben und damit jemand Anderem eine Freude bereiten.

Der Keller ist leer, das Gewissen rein.

Jeder ist herzlich eingeladen mitzumachen.

 

Die Entstehung unserer Givebox

Anfang 2016 habe ich mit dem Ausmisten bei uns zu Hause angefangen. Viele Sachen waren einfach zu schön, um sie wegzuwerfen. Nachdem ich dann versucht hatte sie über verschiedene Kleinanzeigen und Verkaufsportale los zu werden und immer wieder Termine nicht eingehalten wurden, habe ich mir Gedanken gemacht, wie das einfacher gehen könnte. Ich hatte keine Lust mehr, viel Zeit für Anzeigen und Beschreibungen aufzuwenden.

Da kam mir die Idee, die Sachen einfach auf der Strasse zu verschenken. Im Internet habe ich dann die Giveboxidee entdeckt. Die Boxen die ich dort gesehen habe, waren wir ein Schrank.

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Da ich erstmal testen wollte, wie das bei uns so ankommt, habe ich zusammen mit meinem Mann unseren Anhänger in eine kleine Box umgebaut. Regale rein und schon konnte es los gehen. Die Erstausstattung war komplett aus unserem Haus.

Werbung haben wir dann über Mundpropaganda, Plakate, Flyer und Facebook gemacht.

Schnell hat sich das Projekt rumgesprochen und viele Besucher haben die Box genutzt. Dann wurden die örtliche Zeitung und das Radio auf die Aktion aufmerksam. Ich gründete eine eigene Facebookgruppe und habe mittlerweile viele liebe Menschen kennengelernt, die die Givebox noch heute nutzen und gerne unterstützen.

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Schnell war klar, dass das Projekt gut ankommt und der Anhänger keine Dauerlösung ist. Zum einen war er einfach zu klein und er dutfte eigentlich nur 14 Tage auf der Strasse stehen. Wir haben aber nie Probleme bekommen, da die Nachbarn und die Stadt das Projekt toll fanden.

Nun wollten wir aber eine richtige Hütte oder Garage. Es gab einige Ideen. Viele liebe Menschen haben Geld, Zeit oder Material gespendet, um eine große Givebox zu ermöglichen. Da haben mir sogar wildfremde Menschen einfach auf der Straße Geld in die Hand gedrückt, weil sie das Projekt super fanden. Ich war wirklich überwältigt, von der Hilfsbereitschaft wildfremder Menschen und dem Vertrauen, was sie mir entgegen gebracht haben.

Es haben sich dann sogar Sponsoren bei mir gemeldet, die uns den Bau einer großen Garage ermöglicht haben. Da es sehr schwierig war, ein öffentlichens Grundstück dafür zu bekommen, haben wir einen Teil unseres Gartens für die Givebox zur Verfügung gestellt.

Mit vereinten Kräften wurde gebuddelt, gepflastert und der Zaun versetzt.

Die Helfer wurden von anderen lieben Helfern mit Kaffee und Kuchen versorgt und dann konnte endlich unsere lang ersehnte Garage aufgestellt werden.

Mit einer großen Feier in unserem Garten wurde die neue Givebox dann feierlich eröffnet. Es gab Kinderschminken, einen Zauberer, eine Motivtorte, gute Musik, viele selbstgebackene Kuchen und natürlich Getränke. Alles von ehrenamtlichen Helfern organisiert und durchgeführt.

Zusätzlich haben wir noch Badeenten und Geld für die Aktion „Colin hilft Paul“ gesammelt. Colin unterstützt damit den Deutschen Kinderhospizverein e.V. und da helfen wir bis heute gerne mit und sammeln noch immer Enten.

Unser Oberbürgermeister hat die Box mit mir persönlich eröffnet. Diese Eröffnung hat mir wirklich viel abverlangt, da ich nicht gerne in der Öffentlichkeit stehe und an diesem Tag doch alle Blicke auf mich gerichtet waren, ich Interviews geben musste und natürlich die Verantwortung für die Box trage.

Aber für die Gute Sache bin ich dann doch gerne über meinen Schatten gesprungen, auch als später das HR Fernsehen über uns berichtet hat.

Nun starten wir schon ins 3. Giveboxjahr und ich bin immer noch sehr glücklich über die Entscheidung, diese Box zu gründen. Mittlerweile waren wir schon mehrmals in der Zeitung, im Radio und im Fernsehen. Wir haben Aktionen für den Kinderhospizverein, Konzerte für die Obdachlosenhilfe und für die kleine Ailina organisiert. Mittlerweile bin ich sogar Ratgeber für andere Städte, die auch eine Givebox errichten möchten.

Ohne die fleissigen Helfer, die mich immer wieder unterstützen, wäre das Projekt aber nicht zu stemmen, da es immer etwas zu tun gibt.

Alle Infos zur Box gibt es auch auf der Homepage der Givebox.

Ich hoffe ich konnte alle Fragen klären, wenn nicht nur raus mit der Sprache.

Eure Plaudertasche

Freya

P.S. Gerne ist dies auch mein Thema für den heutigen Samstagsplausch.

 

 

30 Kommentare zu „Mein Herzensprojekt „giveBOX““

  1. Das ist ja ein toller Gedanke! Wir ziehen bald um und werden auch einige Sachen nicht mehr mitnehmen. Ich mache mich direkt mal schlau, ob es in der Umgebung auch so eine giveBOX gibt.

  2. Mein Gott! Wie toll ist das denn? Bin restlos begeistert! Vor allem freut es mich unheimlich, dass sich sogar einige Sponsoren bei euch gemeldet haben. Muss mega aufregend gewesen sein, die Sache mit dem „Bauprojekt“. Ich wäre ja dafür, dass solche „Give Boxen“ flächendeckend (vor allen Dingen in größeren Gemeinden und Städten) eingeführt werden und zur Selbstverständlichkeit werden! Grandios!

    Alles Liebe und ein schönes Wochenende,
    Corinna

    1. Es wird definitiv viel Zuviel weggeworfen, worüber andere sich freuen. Dem Wirken wir entgegen und das wird wirklich sehr gut genutzt.

  3. Eine sehr, sehr tolle Initiative. Hut ab auch dafür, dass Du dich da so engagierst!! Ich muss dabei an die Buchboxen in Heidelberg denken, die mein süditalienischer Freund so kommentierte: Das könntest Du in Süditalien nicht machen, die Leute würden nur nehmen und dir alles rausklauen, aber nichts dalassen oder eintauschen. Andernfalls hätte ich auf so ein Projekt hierzulande auch wohl Lust. Aber wie gesagt: Das Risiko ist zu unüberschaubar. Dir weiterhin viel Erfolg für das Projekt!! LG Julia

  4. Das ist grandios! Chapeu das Du das alles meisterst und organisierst.Ja auch der Sprung über eigene Schatten läßt einen wachsen.Klar hast Du das nicht alleine gewuppt, ginge ja gar nicht,aber die Initialzündung bist Du und Dein Mann,finde ich toll.
    Liebe Grüße Petra

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