Ein Sommermeerchen von Michelle Schrenk – Von ungeplanten Momenten und dem Mut, das Leben zuzulassen

Manchmal schreibt das Leben eben doch die schönsten Geschichten. Und meistens hält es sich dabei nicht an unsere Pläne.

Hand aufs Herz: Gehörst du auch zu den Menschen, die gerne Listen schreiben, ihren Alltag organisieren und am liebsten schon vorher wissen möchten, was als Nächstes passiert?

Ich gebe zu, manchmal ist das ja auch ganz praktisch. Schließlich gibt es im Alltag genug Dinge, die erledigt werden müssen. Aber muss man eigentlich immer alles planen, um glücklich zu sein? Oder verpassen wir dadurch vielleicht die schönsten Augenblicke?

Genau über diese Frage habe ich beim Lesen von Ein Sommermeerchen von Michelle Schrenk nachgedacht.

Denn dieser Roman ist nicht nur eine sommerliche Liebesgeschichte mit Meeresrauschen, Strand und einer ordentlichen Portion Herzklopfen. Zwischen seinen Seiten steckt auch eine wunderbare Erinnerung daran, dass das Leben manchmal ganz andere Wege für uns bereithält, als wir ursprünglich vorgesehen haben.

Worum geht es in Ein Sommermeerchen?

Isabella Schön liebt Bücher, romantische Geschichten und vor allem Happy Ends. Ihr eigenes Leben hat sie am liebsten ordentlich sortiert. Für alles gibt es einen Plan, klare Vorstellungen und möglichst wenig unerwartete Überraschungen.

Doch dann erhält sie ein ungewöhnliches Erbe.

Ein guter Freund hinterlässt ihr zehn Tage auf Sylt. Sonne, Meer, Strand und eine kleine Auszeit vom Alltag. Eigentlich könnte das doch wunderschön werden, oder?

Wenn da nicht Julian wäre.

Er ist der Sohn des Verstorbenen und scheint mit seiner grummeligen Art zunächst so gar nicht in Isabellas Vorstellung eines perfekten Sommermärchens zu passen.

Während Isabella gerne alles durchplant, hat Julian seine ganz eigene Art, mit dem Leben umzugehen. Und so dauert es natürlich nicht lange, bis zwischen den beiden ordentlich die Funken fliegen.

Doch hinter ihren unterschiedlichen Fassaden steckt mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Und vielleicht braucht es manchmal gerade einen Menschen, der unsere sorgfältig zurechtgelegten Pläne gehörig durcheinanderbringt.

Meine Gedanken zum Buch – Zwischen Meeresrauschen und Lebensweisheiten

Ach, ich mag solche Geschichten!

Geschichten, die mich für ein paar Stunden an einen anderen Ort entführen, mich schmunzeln lassen und gleichzeitig ein paar Gedanken in meinem Kopf zurücklassen.

Ein Sommermeerchen war für mich genau so ein Buch.

Schon das wunderschöne Cover mit seinen sommerlichen Farben, dem Strandkorb und dem Leuchtturm macht Lust auf eine kleine Auszeit am Meer.

Und dann ist da natürlich Sylt. Die salzige Luft, das Rauschen der Wellen und dieses Gefühl, dass der Alltag plötzlich ein kleines Stück weiter weg ist.

Aber was mir an diesem Roman besonders gefallen hat, waren die Gedanken, die zwischen der eigentlichen Liebesgeschichte stecken.

Muss man sich wirklich immer etwas vornehmen, um etwas Schönes zu erleben?

Muss man Listen führen, einen Punkt nach dem anderen abhaken und alles im Voraus wissen, um glücklich zu sein?

Oder ist vielleicht genau das manchmal unser Fehler?

Ich glaube, wir sind im Alltag so oft damit beschäftigt, unsere Aufgaben zu erledigen, dass wir vergessen, einfach mal zu leben.

Dabei geht es doch gar nicht darum, möglichst viele Dinge auf einer Liste abzuhaken.

Es geht darum, die Momente dazwischen wahrzunehmen. Zu lachen, zu genießen, auch mal etwas Verrücktes zu machen und das Leben einfach passieren zu lassen.

Wir sehen von anderen Menschen oft nur das, was sie uns zeigen

Ein weiterer Gedanke, der mir beim Lesen besonders im Kopf geblieben ist, betrifft Isabella und Julian.

Denn die beiden sind auf den ersten Blick ziemlich unterschiedlich.

Julian hat sich mit seiner Arbeit abgelenkt, um möglichst wenig fühlen zu müssen.

Isabella dagegen hat sich immer wieder hinter ihren geliebten Geschichten versteckt. Schließlich weiß man bei romantischen Büchern meistens, dass am Ende alles gut wird.

Aber das richtige Leben funktioniert nun einmal anders.

Wir alle tragen unsere Geschichten mit uns herum. Erfahrungen, Enttäuschungen, Wünsche und manchmal auch Ängste, von denen andere überhaupt nichts wissen.

Und häufig sehen wir von unseren Mitmenschen nur das, was sie uns zeigen.

Erst wenn wir genauer hinsehen, Fragen stellen und wirklich zuhören, erkennen wir, was sich hinter einer Fassade verbirgt.

Genau das fand ich an der Geschichte von Isabella und Julian so schön.

Denn manchmal braucht es eben einen anderen Menschen, um die eigene Welt wieder mit etwas anderen Augen betrachten zu können.

Vielleicht sind die schönsten Geschichten die ungeplanten

Ein Gedanke aus meinen Lesenotizen gefällt mir ganz besonders:

Vielleicht sind die besten Geschichten genau die, die man nicht geplant hat.

Und ich glaube wirklich, dass da sehr viel Wahres dran ist.

Wie oft begegnen uns Menschen ganz zufällig? Wie oft erleben wir etwas Schönes, weil wir spontan eine Entscheidung treffen oder einfach mal von unserem ursprünglichen Plan abweichen?

Manchmal kommen Menschen in unser Leben, die uns beinahe wie aus einem Märchen vorkommen.

Nicht unbedingt, weil plötzlich alles perfekt ist.

Sondern weil sie genau zur richtigen Zeit auftauchen, uns zum Lachen bringen, zum Nachdenken anregen oder uns wieder daran erinnern, wie schön das Leben sein kann.

Vielleicht muss man solche kleinen Märchen einfach nur erkennen.

Mein Fazit zu Ein Sommermeerchen

Michelle Schrenk hat mit Ein Sommermeerchen eine schöne, romantische und zugleich nachdenkliche Sommergeschichte geschrieben.

Ich mochte die unterschiedlichen Charaktere, die kleinen Reibereien zwischen Isabella und Julian und natürlich die Kulisse auf Sylt.

Besonders schön fand ich aber die Botschaft, die für mich hinter der Geschichte steckt:

Wir müssen nicht alles planen, kontrollieren oder vorhersehen. Manchmal dürfen wir dem Leben einfach ein bisschen mehr vertrauen.

Es ist ein Roman über Liebe, Gefühle, zweite Blicke und darüber, dass nicht jeder Mensch so ist, wie er zunächst erscheint.

Für mich war es eine schöne Lektüre zum Abschalten, Schmunzeln und Nachdenken.

Meine Leseempfehlung: Für alle, die romantische Geschichten mit Herz mögen, gerne gedanklich ans Meer reisen und Bücher lieben, die neben einer Liebesgeschichte auch ein paar kleine Lebensweisheiten bereithalten.

Und jetzt bin ich neugierig:

Bist du eher ein Mensch, der gerne alles plant, oder lässt du das Leben lieber auf dich zukommen?

Ich freue mich auf deine Gedanken in den Kommentaren!

Deine Freya

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Author: Die Plaudertasche

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