Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert von Heike Abidi

Manchmal braucht es einen Neuanfang, um wieder auf die eigene Stimme zu hören.

Es gibt Bücher, bei denen mich schon das Thema neugierig macht. Bei „Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“ von Heike Abidi war das definitiv der Fall.

Schließlich stehe ich selbst kurz vor meinem 50. Geburtstag. Und ich muss gestehen, dass ich Bücher, die mitten im Leben spielen, besonders gerne lese. Geschichten über Frauen, die schon einiges erlebt haben, die ihren Alltag meistern, manchmal zweifeln, über sich hinauswachsen und vielleicht noch einmal ganz neue Wege einschlagen.

Denn mal ehrlich: Nur weil wir die 50 erreichen, sind wir doch noch lange nicht fertig mit dem Leben. Ganz im Gegenteil!

Worum geht es in dem Roman?

Floriane ist 50 und eigentlich ganz zufrieden mit ihrem Leben. Doch dann kommt alles anders als geplant.

Innerhalb kürzester Zeit verlässt ihr Mann sie wegen einer jüngeren Frau, und auch ihren Job ist sie plötzlich los.

Was nun?

Floriane muss sich mit einer Situation auseinandersetzen, die sie sich so ganz sicher nicht vorgestellt hat. Doch dann entdeckt sie etwas, das sie eigentlich schon immer besonders gut konnte: anderen Menschen zuhören.

Und daraus entsteht eine ungewöhnliche Geschäftsidee: eine Agentur fürs Zuhören.

Schon bald merkt Floriane, wie viele Menschen sich jemanden wünschen, der ihnen einfach einmal seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt.

Während sie den Geschichten anderer lauscht, verändert sich auch ihr eigenes Leben. Und plötzlich geht es nicht mehr nur darum, anderen zuzuhören, sondern auch darum, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse wieder wahrzunehmen.

Immer ein offenes Ohr für andere – aber wer hört eigentlich mir zu?

Die Idee mit dieser Agentur fürs Zuhören fand ich besonders schön.

Ganz ehrlich, manchmal habe ich das Gefühl, dass ich selbst so eine kleine Agentur betreibe. Nur eben ohne Geschäftsräume und ohne Bezahlung.

Ich höre zu, wenn andere Sorgen haben, wenn sie etwas loswerden möchten oder einfach jemanden zum Reden brauchen. Und das mache ich auch gerne.

Aber manchmal frage ich mich: Wer hört eigentlich mir zu?

Kennt ihr dieses Gefühl, dass man für andere immer ein offenes Ohr hat, aber die eigenen Gedanken irgendwie zu kurz kommen? Dass man zwar viel über das Leben anderer Menschen erfährt, aber manchmal das Gefühl hat, dass sich niemand so richtig für die eigenen Gedanken interessiert?

Vielleicht war das damals auch einer der Gründe, warum ich meinen Blog Die Plaudertasche gegründet habe.

Ich wollte einen Ort haben, an dem auch meine Gedanken Platz finden. An dem ich erzählen, schreiben und einfach ich selbst sein kann.

Und genau deshalb hat mich die Idee hinter diesem Roman besonders angesprochen.

Denn Zuhören ist etwas unglaublich Wertvolles. Aber genauso wichtig ist es, dass wir uns selbst nicht vergessen.

Alles, was wir brauchen, steckt vielleicht längst in uns

Eine Textstelle habe ich mir beim Lesen besonders markiert. Sinngemäß geht es darum, dass wir unsere Talente, Stärken und Erfahrungen bereits in uns tragen und uns gerade in schwierigen Zeiten wieder darauf besinnen dürfen.

Ein Gedanke, den ich unglaublich schön finde.

Gerade wenn man auf die 50 zugeht, blickt man doch automatisch ein bisschen zurück. Auf all das, was man erlebt, geschafft und vielleicht auch überstanden hat.

Und manchmal vergisst man dabei, wie viel Stärke eigentlich in einem steckt.

Wir müssen nicht immer jemand anderes werden, um unser Leben zu verändern. Vielleicht reicht es manchmal schon, uns wieder daran zu erinnern, wer wir eigentlich sind und was wir können.

Auch ein weiterer Gedanke aus dem Buch ist bei mir hängen geblieben: dass jemand, der wenig besitzt, auch wenig verlieren und dafür umso mehr gewinnen kann.

Das lädt doch zum Nachdenken ein. Wie oft halten wir an Dingen fest, nur weil sie uns vertraut sind? Und wie viele Möglichkeiten entdecken wir vielleicht erst, wenn wir den Mut haben, etwas loszulassen?

Mein Fazit: Ein schöner Roman über das Leben und zweite Chancen

Ich fand „Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“ einfach schön.

Heike Abidi erzählt eine Geschichte über eine Frau mitten im Leben, die plötzlich vor einem Scherbenhaufen steht und trotzdem einen neuen Weg für sich findet.

Besonders gefallen hat mir die Idee, das Zuhören in den Mittelpunkt einer Geschichte zu stellen. Denn eigentlich wünschen wir uns doch alle, dass uns jemand wirklich zuhört, ohne gleich zu urteilen oder ungefragt Ratschläge zu verteilen.

Und natürlich mag ich solche Romane besonders gerne, weil sie von Frauen erzählen, die ungefähr in meinem Alter sind.

Frauen mit Lebenserfahrung, mit Ecken und Kanten, mit Träumen und manchmal auch mit Zweifeln.

Frauen, die feststellen, dass das Leben mit 50 nicht vorbei ist, sondern durchaus noch die eine oder andere Überraschung bereithält.

Für mich war es ein schöner Roman, den ich gerne gelesen habe und den ich allen empfehlen möchte, die Geschichten über Neuanfänge, persönliche Veränderungen und das Leben in der Lebensmitte mögen.

Und jetzt bin ich neugierig:

Seid ihr eher diejenigen, die immer ein offenes Ohr für andere haben? Oder habt ihr selbst jemanden, bei dem ihr jederzeit eure Gedanken loswerden könnt?

Und lest ihr auch so gerne Romane, in denen Frauen mitten im Leben noch einmal neu anfangen?

Ich freue mich auf eure Gedanken!

Eure Freya ❤️

Hinweis: Diese Rezension gibt meine persönliche und unabhängige Meinung zum Buch wieder.

Avatar von Unbekannt

Author: Die Plaudertasche

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